SPD Oberhaid: Fakten und Fragen zur Zukunft der Großen Schulturnhalle

Veröffentlicht am 13.08.2026 in Gemeinderat

Große Schulturnhalle in Oberhaid

Die aktuell laufende Diskussion zum Thema "Ersatzneubau der Großen Schulturnhalle" wird in Verwaltung, Gemeinderat und Öffentlichkeit kontrovers geführt und ist gleichzeitig zu komplex, um einfache Antworten auf berechtigte Fragen geben zu können. Nachfolgend der Versuch aus Sicht der SPD-Gemeinderatsfraktion seriös und nachvollziehbar Hintergründe aufzuzeigen und zum aktuellen Sachstand zu informieren: 

Die Gemeinde muss als Pflichtaufgabe die Große Schulturnhalle erneuern. Der Gemeinderat hat nach vorliegender Machbarkeitsstudie zwei Varianten in die nähere Auswahl gezogen – eine „Vergrößerte 1-fach-Turnhalle“ (Var. 3b) und eine „1-1/2-fach Turnhalle“ (Var. 3a). Nach erster Kostenschätzung liegt der finanzielle Aufwand hierfür bei 6,23 bzw. 8,3 Mio. Euro. 

Die Realisierung stützt sich zum einen auf eine mögliche staatliche Förderung in Höhe von ca. 1,6 Mio. Euro aufgrund des schulischen Bedarfs. Alle weiteren Wünsche etwa von sport- oder kulturtreibenden Vereinen hinsichtlich Größe und Ausstattung sind davon nicht gedeckt. Sie müssen über den kommunalen Haushalt und Darlehensaufnahmen finanziert werden. Das ist in jeden Fall ein enormer finanzieller Kraftaufwand und bringt die Gemeinde an die Grenzen der eigenen Handlungsfähigkeit. 

Die Folge: Nicht die Kommune, sondern die Kommunalaufsicht im Landratsamt ist Herrin über Einnahmen und Ausgaben im Gemeindehaushalt. Von den beschlossenen und vorgesehenen mittelfristigen Investitionen ganz zu schweigen. 

Klar muss allen Verantwortlichen in Verwaltung und Gemeinderat damit sein, was die Entscheidung für die Variante 3a „1-1-1/2-fach Turnhalle“ bedeutet, die fördertechnisch unterfinanziert ist und die Differenz von rund 2 Mio. Euro alleine für Zwecke über den Schulbedarf hinaus begründet.

Soviel zur Ausgangslage, was – ausdrücklich gesagt – nicht mit einer Absage für eine Mitnutzung von Vereinen jeglicher Art missverstanden werden soll. Vielmehr gilt: Alle Aspekte müssen sorgfältig abgewogen werden und das braucht Zeit. 

Dabei sind eine Reihe von Fragen derzeit unbeantwortet, so etwaige Fördermöglichkeiten wie die 2. Auflage des Bundesförderprogrammes „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (voraussichtlich Herbst 2026), Vor- und Nachteile eines Ersatzneubaus am derzeitigen Standort oder auf dem Areal des heutigen Bau-/Wertstoffhofs, verbunden damit Flächenverkauf zur Schaffung weiterer Finanzmittel, eine etwaige wie auch immer geartete Bauträgergemeinschaft von Gemeinde und Vereinen, mögliche Einsparpotenziale im Zuge von Bauweisen und Bauablauf und vieles mehr. 

Und als Zusatz: Kann die weitere Nutzung durch nichtschulische Zwecke und der spätere Betrieb der Halle unverändert kostenfrei bleiben? Und nicht zuletzt die aufgeworfene Frage, inwieweit Training und Spielbetrieb der Basketballabteilung während der etwa 18 bis 24 Monate langen Bauzeit organisiert werden. 

Zu den genannten Themen muss und wird es im weiteren Verlauf noch Gespräche zwischen Vereinen, Verwaltung oder Politik geben müssen. All das ist keine Frage von fehlenden Ideen einzelner Personen oder interessierter Gruppen, sondern das Ergebnis eines Entscheidungsprozesses der letztlich im Gemeinderat geführt werden muss. Danke für Ihr Verständnis.

Claus Reinhardt, SPD-Fraktionsvorsitzender
 

 

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